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Manie

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Manie Artikel


Eine Manie (griechisch μανια = Raserei) ist eine psychische Krankheit. Sie gehört, wie die Depression, zu den affektiven Störungen (auch affektive Psychosen genannt) und verläuft phasenweise.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Achterbahn der Gefühle. Mit Manie und Depression leben lernen (Balance Ratgeber) Himmel hoch jauchend,zu Tode betrübt- "Das Schlimmste war für mich festzustellen, da ist ein Mensch, den man kennt und mag, und in diesen Phasen ist er jemand ganz anderes!" (S. 115) In seinem Buch "Achterbahn der Gefühle" betrachtet Dr. Thomas Bock die Manisch-depressive-Erkrankung (Bipolare Störung) nicht ca. aus der Sicht von "Experten durch...

Symptome und Zeichen

In vielerlei Hinsicht kann man eine Manie als das "Gegenteil einer Depression" nennen. Typische Symptome und Krankheitszeichen sind beispielsweise

  • starke Erregung, innere Getriebenheit
  • gehobene, heitere Stimmung, teilweise aber auch Gereiztheit
  • rastlose Aktivität und Unruhe
  • Verlust von Hemmungen
  • den Betroffenen gehen ständig neue Ideen durch den Kopf, dies reicht von einer Weitschweifigkeit der Gedanken bis zur Ideenflucht
    • Weitschweifigkeit – beim Reden über ein Thema gerät der Betroffene stets wieder auf Abwege vom ursprünglichen Thema, zum er ca. umständlich wieder zurückfindet
    • Ideenflucht: die Gedanken folgen rasend schnell aufeinander, der Betroffene gelangt vom "Hundertsten in das Tausendste", die Assoziationen können gelockert sein. Trotzdem bleiben die Gedanken an sich logisch aufeinander folgend, jedoch ist es dem Betroffenen kaum möglich, eine weitergehende Frage zu beantworten, da er nicht zu dem Absicht seiner Erzählung zurückfindet bzw. stets wieder abschweift
  • Logorrhoe: starker Rededrang, in dem Extremfall überschlagen sich die Worte so sehr, dass es dem Zuhörer kaum oder nicht möglich ist, etwas zu verstehen
  • in das Maßlose, bis zu dem Größenwahn gesteigertes Selbstbewusstsein
  • stark vermindertes Schlafbedürfnis
  • ab und zu Vernachlässigung von Nahrungsaufnahme und Körperhygiene

Häufig werden von Erkrankten während einer Manie aufgrund ihrer Größenideen massenweise Geschäfte getätigt, die für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr unangenehme Folgen haben können, wenn z.B. ein Betroffener auf Kredit ein Tierheim aufkauft, ein Orchester verpflichtet oder die Veranstaltungshalle einer Großstadt anmietet.

Das Gesamtbild einer Manie unterscheidet sich von Fall zu Fall, häufig auch von Episode zu Episode bei einem einzigen Patienten. Man kann eine klassische Manie mit einer in dem Vordergrund stehenden Antriebssteigerung und gehobener Stimmung von der gereizten Manie mit zornig-gereizter Stimmung unterscheiden. Bei extremer Beschleunigung von Denken und Sprechen ist eine verworrene Manie möglich, ein Krankheitsbild, das einem Verwirrtheitszustand, wie er bei hirnorganisch bedingten psychischen Störungen vorkommt, sehr ähnlich sein kann. Eine Manie kann je nach Ausprägung für den Betroffenen und die Angehörigen sehr belastend sein und extreme soziale Folgen haben. Den von der Manie Betroffenem wird dies erst bewusst, wenn die Manie abgeklungen ist. Es kommt dann nicht selten zu schweren Schamgefühlen. In der Manie zeigen Patienten häufig völlig unangepaßtes, distanzloses Verhalten: z. B. werden fremde Leute einfach angesprochen und in Gespräche verwickelt, die weit jenseits gesellschaftlicher Konventionen liegen. In Gaststätten werden Lokalrunden ausgegeben, Geld und teure Geschenke werden an Fremde verschenkt, sexuell anzügliches Verhalten kommt häufig vor, ebenfalls kommen auch häufige und wahllose sexuelle Kontakte zu fremden Personen vor. Freunde und enge Angehörige, der Ehepartner usw. können den Betroffenen nicht von diesen Verhaltensweisen abhalten, ein Maniker lässt sich nicht bremsen oder belehren. Heftige Streitigkeiten mit lautstarken und schweren Beleidigungen gegenüber nahestehenden Personen sind dann meist die Folge.

Alle diese Handlungen sind meist völlig persönlichkeitsfremd. An einer Manie Erkrankte haben während der manischen Phase typischerweise keinerlei Krankheitseinsicht, sie "fühlen sich blendend". Wenn die Phase abgeklungen ist, sitzt er vor einem großen Scherbenhaufen und ist voller Schamgefühle wegen seines Verhaltens.

Aufgrund der Selbstüberschätzung kann es auch zu selbstgefährdendem Verhalten kommen; seltener besteht eine Fremdgefährdung.

Buch-Tipp: Affenstall. Auf Station In dem Großen und Ganzen recht human, der titelgebende Affenstall Ich finde schade, dass sich, bis vor kurzem, noch keine Kundenrezension zu Arne Petersens Roman "Affenstall, Auf Station" hier finden ließ. Zugegeben, das Wort "Affenstall" in dem Titel hatte bei mir erst zu der Überlegung geführt, das Buch nicht zu kaufen. Abgesehen davon, dass ich es...

Formen

Am häufigsten ist die bipolare Verlaufsform der Manie, d.h. ein Betroffener erlebt sowohl manische als auch depressive Krankheitsphasen. Dabei sind die manischen Phasen in der Regel kürzer als depressive Phasen; erstere dauern normalerweise einige Wochen, letztere eher einige Monate. Jedoch verlaufen diese Phasen bedeutend kürzer wenn der Kranke mit Medikamenten und/oder Psychotherapie behandelt wird. Deutlich seltener ist die Verlaufsform mit ausschließlich manischen Episoden. Nur Manie: ungefähr 5%, nur Depression: ungefähr 55%, Bipolare Störung: ungefähr 40%. Ein Kranker durchlebt in seinem Leben ungefähr zwischen 4 und 10 sogenannten Schüben. Mit dem Alter nehmen die Abstände dieser Schübe ab.

Buch-Tipp: Am Anfang war der Tod Mehr als "nur" ein Ratgeberbuch Sprachlosigkeit in dem wahrsten Sinne des Wortes erfährt man, wenn man dieses Buch gelesen hat und sich dann bei einer Rezension äußern möchte. Zwar deutet der Titel auf ein Ratgeberbuch nachdem Motto "Leben mit Depressionen" hin, doch handelt es sich hier viel mehr um Literatur, die zu dem Nachdenken anregt. Ein für...

Ursachen

Man geht derzeit von einer vorübergehenden Störung der Neurotransmitter in dem Gehirn aus. Jedoch der Auslöser sind häufig bedeutende Ereignisse in dem Leben wie zu dem Beispiel eine Hochzeit, Scheidung oder ein Stellenwechsel. Situationen, die den Kranken überfordern und die er nicht mehr ganz verarbeiten kann.

Buch-Tipp: Angst ist nicht Schwäche. Erfahrungen und Ratschläge einer Betroffenen. Ein Buch, das wirkt. . . Ich habe schon verschiedene Bücher zu diesem Thema gelesen und interessante Anregungen gefunden, doch dieses Buch ist wirklich begeisternd. Beim Lesen fühlt man sich verstanden und vor allem hat man das Gefühl, mit Angstproblemen nicht mehr allein zu sein.

Behandlung

Als antimanische Medikation wird Lithium, Carbamazepin oder Valproat gegeben. Zusätzlich sind während der akuten manischen Phase häufig noch Neuroleptika und/oder Sedativa notwendig.

Lithiumsalze wie z.B. Lithiumcarbonat, aber auch Carbamazepin und Valproat wirken außerdem phasenprophylaktisch , d.h. sie verringern die Wahrscheinlichkeit des Auftretens erneuter Krankheitsschübe und können sie teilweise gänzlich verhindern. Voraussetzung ist die langfristige Einnahme.

Buch-Tipp: Aus den Fugen Ehrlich und schonungslos, aber kraftspendend Als Angehöriger eines Manisch-Depressiven hat dieses Buch mir bisheriges Wissen bestätigt wie Neues gezeigt. Und zwar in Bezug auf Ursachen und «Gesichter» der Krankheit wie auf das, was man als direkt und indirekt Betroffener zur Symptomlinderung beitragen kann. Besonders eindrucksvoll...

Umgang mit Erkrankten

Der Umgang mit Menschen, die sich in einer akuten manischen Phase befinden, ist äußerst anstrengend; häufig sind die Angehörigen nach kurzer Zeit am Ende ihrer Kräfte. Da die Betroffenen keine Krankheitseinsicht haben (sie fühlen sich schließlich ausgezeichnet), bleibt häufig ca. eine ärztliche Behandlung gegen den Willen der Betroffenen. Um den Betroffenen vor sich selbst und den Folgen seiner Aktivitäten zu schützen, ist zudem nicht selten eine geschlossene Unterbringung notwendig, bis die akute Phase etwas abgeklungen ist. Erst wenn der Erkrankte die manische Phase hinter sich hat und wieder Krankheitseinsicht zeigt, ist der Zeitpunkt gekommen, ihn einsichtig zu machen für eine psychotherapeutische Behandlung, weitere Behandlung und Betreuung durch einen Facharzt und regelmäßige Medikamenteneinnahme.

Buch-Tipp: Besessen und Gefangen. Roman einer manisch-depressiven Erkrankung Ein ungewöhnlicher Lebensweg Die von Gewalt geprägte Kindheit und Jugend nimmt den grössten Raum in Torsten Schmitts Tatsachenroman ein. Er lernt das staatliche Erziehungssystem der DDR von seiner dunkelsten Seite kennen. Anzeichen seiner bipolaren Erkrankung beschreibt er dabei stets wieder, etwa wenn er berichtet wie er völlig verwirrtins...

Leben mit der Manie

Bei Krankheitseinsicht des Betroffenen, einem geregelten und stressreduziertem Leben, regelmäßiger Medikation und Aufarbeiten von Problemen in der Psychotherapie kann dieser ein durchaus erträgliches Leben führen. Wenn er die Anzeichen einer beginnenden Manie kennt, kann er auch rechtzeitig durch sein Verhalten (sofortiger Facharztbesuch, evtl. zusätzliche Medikamente, ausreichend Schlaf, Stressabbau) gegensteuern, so dass eine ausgeprägte Manie gar nicht erst wieder entstehen muss. Für die Betroffenen ist eine Manie stets eine überwältigende Erfahrung und kann wie eine Art Erleuchtung erlebt werden, so dass sich daraus etwas entwickelt wie eine "Verliebtheit" in die Manie oder eine Sehnsucht nach der Manie. Umso wichtiger ist deshalb die Erkenntnis der eigenen Begrenztheit und Endlichkeit, auch ein Annehmen des Durchschnittlichen und Unauffälligen.

Buch-Tipp: Bipolar. Depression und Manie Informativ und konstruktiv Dem Verfasser, Eberhard Wormer gelingt es, dem Leser das bipolare Krankheitbild zu erklären - grundsätzlich und in dem besonderen - und es gelingt ihm, Verständnis für diejenigen zu erreichen, die von einer solchen Störung betroffen sind. Er schreibt einfühlsam und sachlich klar. Seine Beispiele...

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